Der Begriff Taupunkt (oder die Taupunkttemperatur) begegnet uns im Wetterbericht, bei der Schimmelvermeidung und beim Beschlagen von Fenstern. Dennoch wissen viele Menschen nicht genau, was dieser Wert bedeutet.
Die Definition in einfachen Worten
Luft kann bei jeder Temperatur nur eine begrenzte Menge an gasförmigem Wasser (Wasserdampf) aufnehmen. Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasserdampf kann sie halten:
- Luft mit 30 °C kann maximal rund 30 Gramm Wasser pro Kubikmeter tragen.
- Luft mit 0 °C kann maximal nur etwa 4,8 Gramm Wasser pro Kubikmeter aufnehmen.
Kühlt sich feuchte Luft ab, erreicht sie irgendwann den Punkt, an dem sie zu 100 % gesättigt ist. Die Temperatur, bei der dieser Zustand eintritt, heißt Taupunkt. Jede weitere Abkühlung führt dazu, dass das überschüssige Wasser als feine Tröpfchen ausfällt — es entsteht Tau, Nebel oder Kondenswasser an kalten Flächen.
Warum der Taupunkt das beste Maß für Schwüle ist
Die meisten Menschen schauen auf die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent. Doch 70 % Feuchte bei 10 °C im Herbst fühlen sich völlig frisch an, während 70 % bei 30 °C im Sommer unerträglich schwül sind.
Der Taupunkt fasst Temperatur und Feuchtegehalt in einer einzigen Zahl zusammen:
- Unter 10 °C Taupunkt: Frische, trockene bis angenehme Luft.
- 10 bis 15 °C Taupunkt: Angenehm behagliches Wohlfühlklima.
- 16 bis 17 °C Taupunkt: Die Schwülegrenze wird erreicht.
- Ab 18 °C Taupunkt: Ausgeprägte Sommer-Schwüle; Schweiß verdunstet nur noch schwer auf der Haut.
- Über 20 °C Taupunkt: Drückende, tropische Bedingungen.