Der Taupunkt ist die physikalisch verlässlichste Kennzahl, um den Feuchtegehalt der Luft und das Schwüleempfinden zu beurteilen.

Warum der Taupunkt aussagekräftiger ist als die relative Luftfeuchte

Die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent ist temperaturabhängig: Erwärmt sich die Luft im Tagesverlauf von 15 °C am Morgen auf 25 °C am Nachmittag, sinkt die relative Feuchte stark ab, obwohl die tatsächliche Wasserdampfmenge in der Luft unverändert geblieben ist.

Der Taupunkt bleibt dagegen stabil, solange keine neue Luftmasse einströmt. Er gibt direkt an:

  1. Wann Kondenswasser entsteht: Jede Oberfläche, deren Temperatur unter dem Taupunkt liegt (z. B. eine kühle Fensterscheibe), beschlägt sofort.
  2. Wie schwül die Luft ist: Ein Taupunkt von 18 °C fühlt sich bei 22 °C genauso schwül an wie bei 30 °C.
Behaglichkeitsskala nach Taupunktbereichen
TaupunktEmpfindenAuswirkung
Unter 10 °CSehr trocken / frischAngenehm kühl, im Winter trockene Schleimhäute möglich
10 °C bis 15 °CBehaglichOptimales Wohlfühlklima im Freien
16 °C bis 17 °CLeicht schwülErste Feuchte spürbar bei körperlicher Anstrengung
18 °C bis 20 °CSchwülTypische mitteleuropäische Sommer-Schwüle
Über 20 °CSehr schwül bis drückendTropische Nächte, stark eingeschränkte Schweißverdunstung