Der Taupunkt ist die physikalisch verlässlichste Kennzahl, um den Feuchtegehalt der Luft und das Schwüleempfinden zu beurteilen.
Warum der Taupunkt aussagekräftiger ist als die relative Luftfeuchte
Die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent ist temperaturabhängig: Erwärmt sich die Luft im Tagesverlauf von 15 °C am Morgen auf 25 °C am Nachmittag, sinkt die relative Feuchte stark ab, obwohl die tatsächliche Wasserdampfmenge in der Luft unverändert geblieben ist.
Der Taupunkt bleibt dagegen stabil, solange keine neue Luftmasse einströmt. Er gibt direkt an:
- Wann Kondenswasser entsteht: Jede Oberfläche, deren Temperatur unter dem Taupunkt liegt (z. B. eine kühle Fensterscheibe), beschlägt sofort.
- Wie schwül die Luft ist: Ein Taupunkt von 18 °C fühlt sich bei 22 °C genauso schwül an wie bei 30 °C.
| Taupunkt | Empfinden | Auswirkung |
|---|---|---|
| Unter 10 °C | Sehr trocken / frisch | Angenehm kühl, im Winter trockene Schleimhäute möglich |
| 10 °C bis 15 °C | Behaglich | Optimales Wohlfühlklima im Freien |
| 16 °C bis 17 °C | Leicht schwül | Erste Feuchte spürbar bei körperlicher Anstrengung |
| 18 °C bis 20 °C | Schwül | Typische mitteleuropäische Sommer-Schwüle |
| Über 20 °C | Sehr schwül bis drückend | Tropische Nächte, stark eingeschränkte Schweißverdunstung |